Rohkost

Bei der Roh­kost wer­den die Lebens­mit­tel in ihrem natür­li­chen Zustand geges­sen. Es wird weder gekocht, noch gebra­ten, gegrillt oder gedüns­tet. Die Ober­grenze für die Erhit­zung liegt bei dem Punkt, wo sonst die natür­li­chen Eiweiße und Enzyme dena­tu­rie­ren wür­den, also bei ca. 40° Cel­sius.

Wäh­rend bei einer Rohkost-Diät viel Obst und Gemüse auf dem Tisch lan­det, wird auf Getrei­de­pro­dukte weit­ge­hend ver­zich­tet. Diese sind näm­lich im Roh­zu­stand für den Men­schen meist unge­nieß­bar bzw. kön­nen so nicht ver­daut werden.

Vari­an­ten der Rohkost-Diät

Die Rohkost-Diät gibt es mitt­ler­wei­len in zahl­rei­chen Varianten:

  • Eine davon ist die von Franz Konz pro­pa­gierte Urkost, bei der neben der rohen Früchte auch wilde Kräu­ter und Wild­ge­müse wie Löwen­zahn oder Bren­nes­seln eine große Rolle spie­len. Von den Lebens­mit­teln aus dem Super­markt rät Konz ab. Man solle das essen, was in der freien Natur wächst.
  • Bei der Son­nen­kost von Hel­mut Wand­ma­ker liegt der Fokus auf dem Ver­zehr von Früchten.
  • Fritz Albert Popp hat eine vege­ta­ri­sche Licht­kost ent­wi­ckelt, die viele Spros­sen, rohes Gemüse, Nüsse, Getreide und rohe Milch beinhaltet.
  • Auch die bekannte Fit-For-Life-Diät beinhal­tet viel vegane Kost, der größte Teil davon roh.

Pro

Der Vit­amin­ge­halt von pflanz­li­cher Nah­rung ist roh am höchs­ten. Außer­dem bringt die Roh­kost­diät eine große Zeit­er­spar­nis bei der Zube­rei­tung mit sich, weil nichts gekocht wer­den muss.

Roh­kost­sa­lat

Con­tra

Das Nah­rungs­spek­trum der Roh­kost ist stark ein­ge­schränkt. So fal­len zum Bei­spiel Kar­tof­fel völ­lig weg.

Man­che Hül­sen­früchte behin­dern roh die Ver­dau­ung von Eiweiß. Auch Milch­ei­weiß ist im ver­ar­bei­te­ten Zustand viel bes­ser bekömmlich.

Die Auf­nahme von lebens­wich­ti­gen Stof­fen wie Vit­amin D, B 12 und B 2 ist unzu­rei­chend. Hier kann es zu Man­gel­er­schei­nun­gen kom­men. Die­ser Man­gel kann auf lange Sicht zu gesund­heits­schäd­li­chen Ver­än­de­run­gen des Stoff­wech­sels führen.

Zudem führt der hohe Anteil an Bal­last­stof­fen häu­fig zu Blä­hun­gen, Völ­le­ge­fühl und Durchfall.

Bewer­tung

Die meis­ten Ernäh­rungs­wis­sen­schaft­ler ver­tre­ten die Mei­nung, dass eine aus­schließ­li­che Ernäh­rung mit Roh­kost der Gesund­heit nicht zuträg­lich ist. Zu die­sem Ergeb­nis kam auch die in den Jah­ren 1996 bis 1998 durch­ge­führte Roh­kost­stu­die der Uni­ver­si­tät Gie­ßen. Ein hoher Roh­kost­an­teil bei einer ansons­ten aus­ge­gli­che­nen Ernäh­rung zeigt jedoch durch­aus posi­tive gesund­heit­li­che Effekte. Die Roh­kost­stu­die ist aller­dings nicht unum­strit­ten. Ver­tre­ter der Roh­kost wei­sen auf metho­di­sche Män­gel hin, die aus ihrer Sicht die Ergeb­nisse in ihrer Gesamt­heit frag­wür­dig erschei­nen lassen.

Wei­tere Informationen

Video: Mar­kus Roth­kranz über Roh­kost und Heilung

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