Schroth-Kur

Eine Schroth-Kur (auch: Schroth­kur) ist ein natur­heil­kund­li­ches Ver­fah­ren mit Trink­ta­gen und Tro­cken­ta­gen, das auf den Natur­hei­ler Johann Schroth zurück­geht. Von ihren Anhän­gern wird sie zur tra­di­tio­nel­len euro­päi­schen Medi­zin (TEM) gezählt. Sie wird in vie­len euro­päi­schen Kur­kli­ni­ken ange­bo­ten, unter ande­rem zur Behand­lung der Wir­bel­säu­len­er­kran­kung Sko­liose.

Schroth ent­wi­ckelte die Schroth-Kur in der Zeit um 1820 im Selbst­ver­such. Er hatte beob­ach­tet, dass kran­kes Vieh kein Was­ser trinkt und legte diese Erkennt­nis auf den Men­schen um. Heute wird die Kur in vie­len euro­päi­schen Kur­klin­kien ange­bo­ten, zum Bei­spiel in Oberstaufen.

Zur Schroth-Kur gehören auch kalte Wickel
Zur Schroth-Kur gehö­ren auch kalte Wickel

Inzwi­schen gibt es neuere Vari­an­ten der Schroth­kur, die nach aktu­el­len Erkennt­nis­sen der Ernäh­rungs­wis­sen­schaft ange­passt wur­den. Diese wer­den vor allem vom deut­schen Schro­th­bund ver­tre­ten. Der wich­tigste Unter­schied ist die Umstel­lung auf eine Misch­kost. Auch die täg­li­che Kalo­ri­en­menge wurde von 500 auf über 1500 erhöht. Dadurch soll der berüch­tigte Jojo-Effekt unter­bun­den werden.

Ele­mente einer Schroth-Kur:

  • Eine salz­lose, fett­lose und eiweiß­arme Ernäh­rung mit Reis­brei, Grieß­brei und Hafer­brei wird ergänzt durch Gemüse (gekocht) und eben­falls gekoch­tes Obst. Zusätz­lich gibt es tro­ckene Brötchen.
  • Trink– und Tro­cken­tage wech­seln sich ab. In einer klas­si­schen Schroth-Kur gibt es drei Tro­cken­tage. An die­sen Tagen wird weni­ger als 0,5 l Flüs­sig­keit getrunken.
  • Dunst­wi­ckel bzw. Schroth­sche Packun­gen, bei denen der Kör­per über Nacht voll­stän­dig in feucht­kalte Tücher gepackt wird; Wärm­fla­schen sor­gen für die nötige Erwärmung.

Pro

Unter ärzt­li­cher Auf­sicht führt eine Schroth­kur zu raschen Erfol­gen. Die vege­ta­ri­schen Bestand­teile mit viel Gemüse und Obst stel­len sicher, dass der Kör­per aus­rei­chend Vit­amine, Spu­ren­ele­mente und Mine­ral­stoffe erhält.

Con­tra

Eine bewusste Ernäh­rungs­um­stel­lung fin­det nicht statt. Auf lange Sicht ist eine Unter­ver­sor­gung mit Fett­säu­ren und Eiweiß nicht aus­ge­schlos­sen. Auch die Tro­cken­tage sind aus ernäh­rungs­wis­sen­schaft­li­cher Sicht nicht sinn­voll, ja sogar gefähr­lich. Dass sich im Kör­per „Schla­cken“ bil­den, die durch eine Kur abge­baut wer­den müs­sen, ist durch die Wis­sen­schaft wider­legt worden.

Bewer­tung der Schroth-Kur

Die klas­si­sche Schroth-Kur wird von Ernäh­rungs­wis­sen­schaft­lern als gesund­heits­schäd­lich ein­ge­stuft und strikt abge­lehnt. Die Stif­tung Waren­test hat die Kur zur Gewichts­re­duk­tion als „wenig geeig­net“ bewertet.

Wei­tere Informationen

Rat­ge­ber­clip BHV Schroth­kur Oberstaufen

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